11. Mai 2021

Wie Islamhetze funktioniert

Islamhetze funktioniert immer nach dem gleichen Schema.

Auf den ersten Blick mag die Argumentation für manche schlüssig erscheinen. Aber wenn man sie durchschaut hat, ist es ganz schön peinlich, wie man sich so über den Tisch hat ziehen lassen können.

Das Ziel

Das Ziel der Islamhetze ist immer die Hetze gegen jeden und alle Muslime, um Muslime in ihrer Gesamtheit als minderwertig, als Sündenbock oder als Feind darzustellen.

Beispiele und die Argumentationsschaukel

Als Umweg werden Beispiele gewählt, dass manche Aspekte des Islam schlecht seien oder manche Muslime (in manchen Ländern) sich schlecht verhielten.

Dabei werden der Islam und (manche) Muslime, die sich schlecht verhalten, in eine Argumentionsschaukel gesteckt, nach dem Prinzip:

„Wenn sich manche Muslime schlecht verhalten, dann muss der Islam schlecht sein.“

„Wenn der Islam schlecht ist, verhalten sich (manche) Muslime schlecht.“

Verallgemeinerung: manche Muslime -> alle Muslime

Dann wird verallgemeinert, dass wenn der Islam schlecht sei, alle Muslime schlecht (oder intolerant oder undemokratisch oder…) seien d.h. jeder einzelne Muslim.

Kaputte Logik

Diese Argumentation ist absurd, die Logik ist gestört auf allen Ebenen:

Jeder kennt einen Muslim oder kann einen Muslim kennenlernen, der nicht schlecht ist. Diese Verallgemeinerung, dass alle Muslime schlecht sind, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Der Islam ist, wie jede Religion, theoretisch bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie von jemandem ausgeübt wird. Für jeden Gläubigen, der sich schlecht verhält, gibt es einen mit einer gegensätzlichen Einstellung. Für jeden Aspekt des Islams, der von manchen Muslimen als Richtlinie oder Rechtfertigung für ihr schlechtes (oder intolerantes oder die Grundrechte beschneidendes) Verhalten herangezogen wird, gibt es andere Muslime mit einer gegensätzlichen Interpretation und einem gegensätzlichen Verhalten. Deswegen:

  • Eine verallgemeinernde Interpretation des Islams ist zum Scheitern verurteilt.
  • Das Verhalten des Einzelnen gegenüber anderen, der Gesellschaft und des Gesetzes, und seine Verantwortung dafür, sind was zählt.

Wenn manche Muslime (in manchen Ländern) sich schlecht Verhalten kann man nicht auf alle, und jeden einzelnen Muslim schließen. Insbesondere sind solche Muslime, die den Islam für ihre eigenen Interessen vorteilhaft interpretieren, oft Politiker und deren Anhänger, die

  • ihre Macht ausbauen wollen bzw. nicht mehr teilen wollen,
  • Widerspruch und Meinungsvielfalt unterdrücken wollen,
  • Grundrechte und die Rechte anderer einschränken oder abschaffen wollen,
  • andere Gruppen innerhalb der gleichen Religion, andere Religionen oder andere Minderheiten zum eigenen Machterhalt und zur Anstachelung der Bevölkerung als Feinde oder Sündenböcke abstempeln,
  • grundsätzlich sich auf Kosten anderer bereichern wollen,
  • und deswegen alle demokratischen Institutionen und Regeln unterminieren.

Diese Beschreibung ist Großteils identisch mit der Einstellung von Islamhetzern.